Sprungziele

Schulden weiter auf dem Vormarsch

    Schuldenberatungsangebot der Caritas Rosenheim

    Hohe Energie- und Lebensmittelpreise zeigen Folgen

    Zur bundesweiten Aktionswoche der Schuldnerberatung vom 30. Mai bis 3. Juni 2022, warnt auch die Caritas-Schuldnerberatung im Landkreis Rosenheim vor Armut und Überschuldung angesichts der rasant ansteigenden Energie- und Lebensmittelpreise. „Jeder Mensch sollte das Recht haben, sich bei Überschuldung kostenfrei beraten zu lassen.Von der Verschuldung in die Überschuldung ist es manchmal nur ein kleiner Schritt und in Zeiten großer Unsicherheit in der Wirtschaft ist dieser schnell getan“, mahnt Schuldnerberaterin Julia Roos Dipl.Sozialpädagogin (FH). „Eine Krankheit, eine Periode der Kurzarbeit, eine heftige Nachzahlung beim Stromversorger: Vieles kann die eigene Finanzlage aus dem Gleichgewicht bringen. Das haben wir in der akuten Phase der Pandemie erlebt, das erleben wir jetzt vor dem Hintergrund steigender Preise angesichts des Ukrainekriegs. Und plötzlich ist man nicht mehr bloß verschuldet, sondern überschuldet, und damit gefangen in einem Teufelskreis aus finanziellen Forderungen, Stigmatisierung und Scham.“ Verschuldung bedeute lediglich, dass jemand Schulden hat und in der Lage ist, diese wieder auszugleichen. Problematisch sei die Überschuldung, bei der es ein Mensch nicht mehr schaffe, aus seinem laufenden Einkommen alle bestehenden Verbindlichkeiten zu erfüllen.

    Schnelle Hilfen sind notwendig!

    „Wer sich Hilfe holt, hat bessere Chancen, aus der Überschuldung zu kommen. Dafür sind die Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen da. Sie zeigen Wege auf, wie die eigene finanzielle Situation stabilisiert und nachhaltig verbessert werden kann,“ so Frau Roos.  „Im vergangenen Jahr haben wir 748 verschiedene Personen beraten. Wir konnten damit  in vielen Fällen katastrophale Auswirkungen verhindern.“ 

    Wie schnell es von der Verschuldung zur Überschuldung kommen kann, zeigt ein Bespiel aus unserer Beratungsstelle in Bad Aibling. Ein 35jähriger Mann der gut verdiente, leidet an einer Krebserkrankung. Er bekommt Krankengeld, das geringer als sein Arbeitslohn ist. Durch starkes Einschränken seiner Ausgaben schaffte er es die Mindereinnahmen zu überbrücken – das Krankengeld lief aus. Leider war es ihm nicht mehr möglich zu arbeiten und er ist auf das Jobcenter angewiesen. Dadurch konnte die Stromnachzahlung, der Kindesunterhalt und der aus der Ehe gemeinsam aufgenommene Kredit nicht mehr beglichen werden. Das Einkommen sichert nur noch das Existenzminimum. Krankheit, Trennung oder Arbeitslosigkeit sind oft die Auslöser, die von der Verschuldung zur problematischen Überschuldung führen.

    Die Arbeitsgemeinschaft der Schuldnerberatungsstellen der Verbände (AG SBV) veranstaltet die Aktionswoche. Die AG SBV vertritt etwa 1.400 gemeinnützige Schuldnerberatungsstellen in Deutschland, in Trägerschaft der Verbraucher- und Wohlfahrtsverbände oder der Kommunen bzw. als Mitglied in einem der Verbände (Deutscher Caritasverband, Diakonie Deutschland, Arbeiterwohlfahrt Bundesverband, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutsches Rotes Kreuz, Verbraucherzentralen).

    Im Gegensatz zu gewerblichen Anbietern ist die gemeinnützige soziale Schuldnerberatung für die überschuldeten Menschen kostenfrei.

    Mehr Informationen zur Aktionswoche der AG SBV und zu den Forderungen der Verbände gibt es hier: www.aktionswoche-schuldnerberatung.de

    Mehr Informationen zur Caritas-Schuldnerberatung im Landkreis Rosenheim unter: Schuldner- und Insolvenzberatung (caritas-nah-am-naechsten.de)

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